Folgende Themen, Fragen und Annahmen wurden an den jeweiligen Netzwerktreffen zusammengetragen und diskutiert:
Netzwerktreffen vom 17.04.2026
- Diskutiert wurden Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher Lernsettings und zeitlicher Rahmungen, insbesondere wöchentliche Lehrveranstaltungen im Vergleich zu Blockformaten. Deutlich wurde, dass beide Formate eigene Herausforderungen mit sich bringen und Persönlichkeitsentwicklung besonders dort gefördert wird, wo Kontinuität und Intensität sinnvoll verbunden werden.
- Deutlich wurde zudem, dass Lehrveranstaltungen im Feld der Sozialen Arbeit in besonderer Weise mit biografischer Betroffenheit, Irritation und Triggerpotenzial verbunden sein können. Umso wichtiger ist die Frage, welche fachlichen, didaktischen und relationalen Rahmenbedingungen Persönlichkeitsentwicklung im Hochschulkontext braucht.
- Der Austausch über Chancen und Grenzen von Persönlichkeitsentwicklung in Seminaren wurde im Netzwerk selbst als großer Gewinn erlebt. Gerade die unterschiedlichen Erfahrungsberichte und Umsetzungsweisen erwiesen sich als besonders anregend.
- Intensiver in den Blick kamen auch die konkreten Settings von Lehrveranstaltungen: geeignete Räumlichkeiten, flexible Zeitstrukturen, insbesondere Blockveranstaltungen, sowie die Frage, welche begleitenden Beratungs- und Unterstützungsangebote sinnvoll angebunden werden sollten.
- Kontrovers und produktiv diskutiert wurde die Frage, ob und in welchem Sinne ein Safe oder Safe(r) Space in Hochschulseminaren überhaupt möglich ist und welche Verantwortung Lehrende bei der Gestaltung solcher Räume tragen.
- Mit Blick auf Persönlichkeitsentwicklungs- und gruppendynamische Prozesse zeigte sich erneut, wie zentral ein tragfähiger Rahmen ist. Gerade in Co-Teaching-Formaten können Klarheit, Präsenz und Souveränität im Umgang mit aufkommenden Herausforderungen im Sinne der Fürsorgepflicht in der Lehre und der Qualitätssicherung oftmals besser gewährleistet werden.
- Als wichtiger Ausblick wurde die stärkere Vernetzung mit anderen Netzwerken und Fachgesellschaften benannt. Der gemeinsame Tenor: in Bündnissen lässt sich die Bedeutung von Persönlichkeitsentwicklung an Hochschulen nachhaltiger sichtbar machen, fachlich schärfen und in ihrer Reichweite stärken.
Netzwerktreffen vom 20.02.2026
- Das Netzwerk diskutiert die aktuellen Entwicklungen der Verortung und Relevanz der Persönlichkeitsentwicklung an den Hochschulen in den DACH-Regionen;
- bereitet ihre interne internationale Fachkonferenz für den September 26 vor, welche u.a. im Zeichen eines Einblicks in verschiedene methodische Zugänge zum Thema Persönlichkeitsentwicklung sowie der Lancierung eines politischen Statements für die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung an Hochschulen steht;
- plant für 2027 eine nächste öffentliche Tagung (weitere Infos folgen zu gegebener Zeit)
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Rückblicke der letzten Tagung:
Persönlichkeitsentwicklung
an den Lernorten Hochschule und Praxis
Hier geht es zu den -> Vortragsfolien, Videodokumentationen und Interviews…
17-18 September 2025 in St. Pölten
Das Thema „Duales Studium“ wurde in verschiedenen Formaten aufgegriffen, um Chancen und Herausforderungen dieser Ausbildungsform zu diskutieren und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung im Wechsel zwischen den Lernorten Hochschule und Praxis auszuloten.
Reflektierte und starke Persönlichkeiten fördern
„Gerade in Zeiten der vielen Kriege, der Naturkatastrophen und der Künstlichen Intelligenz braucht es mehr denn je Menschen mit reflektierten und starken Persönlichkeiten – Menschen, die sich engagiert, verantwortungsbewusst und werteorientiert im Dialog mit anderen für eine sozial-gerechtere, friedvollere und nachhaltige Zukunft einsetzen und den gesellschaftlichen Wandel mitgestalten. Und hierfür ist die Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen eines Hochschulstudiums ein zentraler, wenn nicht sogar der zentrale Baustein“, sagt Judith Studer von der Berner Fachhochschule.
„Studierende bilden nicht nur eine professionelle Identität mit Wissen, Haltung und Fachkompetenzen, sondern stellen sich auch als Persönlichkeit in der Interaktion mit den Adressat*innen Sozialer Arbeit als Resonanzraum zur Verfügung“, erklärt Martina Hinssen von der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf.
Professionelle Entwicklung im Studium fördern
Christina Engel-Unterberger und Christine Schmid von der FH St. Pölten gingen in ihrem Vortrag darauf ein, wie die professionelle Entwicklung im dualen Studium gefördert werden kann. „Curricula, die Umsetzung in der Praxis sowie der Dialog mit und die Perspektiven der Studierenden sind dafür ganz entscheidende Elemente“, betont Schmid, die an der FH St. Pölten den Bachelor-Studiengang Sozialpädagogik leitet.
„Unser jährliches Symposium bringt Vertreter*innen aus der Praxis der Sozialen Arbeit mit Forschenden zu dem Thema zusammen. Die Tagung zeigt die beeindruckende Entwicklung des Berufsfeldes und der Ausbildung“, ergänzt Engel-Unterberger, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit an der FH St. Pölten.
Theorie – Praxis – Austausch: zahlreiche Workshops
Zahlreiche Workshops und Vortragssessions stellten an den beiden Konferenztagen Erkenntnisse aus der Praxis sowie aktuelle Forschungsergebnisse vor und boten Gelegenheit zum Austausch. Das internationale Hochschulnetzwerk Persönlichkeitsbildung (HOPE) und das Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten richteten die Tagung gemeinsam aus.
„Unsere Jahrestagungen des Hochschulnetzwerks Persönlichkeitsbildung bieten die Gelegenheit sich mit aktuellen Themen vertiefend, eingehend und kritisch auseinanderzusetzen. Dabei sind Best-Practice-Beispiele genauso vertreten wie kreative Methodenworkshops und spannende Posterbeiträge zu Forschungs- und Lehrprojekten. Mein herzlicher Dank gilt den Kolleg*innen in St. Pölten des Departments Soziales und dem Arlt Symposium, in dessen Rahmen wir die diesjährige Tagung ausrichten durften“, sagt Hinssen.

Buchveröffentlichungen:
Für die Ausübung eines sozialen oder pädagogischen Berufs braucht es eine besonders starke Persönlichkeit. Die Förderung ihrer Entwicklung gewinnt in Hochschulausbildungen zunehmend an Bedeutung. Der vorliegende Band gibt Einblick in aktuelle methodisch-didaktische Überlegungen und Herangehensweisen. Die vielfältigen Forschungsbeiträge und Praxisberichte wurden im Rahmen einer internationalen Tagung zum Thema gesammelt und editiert.
Die Fachwelt ist sich einig: Für die Persönlichkeitsentwicklung sind Reflexionsprozesse von zentraler Bedeutung. Für Studierende wie auch Lehrpersonen, Coachs und Supervisor*innen stellen sie jedoch häufig eine Blackbox dar. Im zweiten Band geben die Herausgeberinnen erste Antworten. Die theoretischen und praktischen Beiträge zeigen, wie Reflexionsprozesse im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung verstanden, angestossen und begleitet werden können.
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